FAQs
Geburtsvorbereitungskurs: Um sich selbst die Sorge und Ungewissheit vor der Geburt zu nehmen, ist ein Geburtsvorbereitungskurs sinnvoll. Fast jede Schwangere nimmt daran teil.1
Anmeldung in der Geburtsklinik: Ab der 34. Schwangerschaftswoche kann das Kennenlernen und Anmelden in einer Geburtsklinik zu einem guten Gefühl beitragen.
Packen der Kliniktasche: Ca. ab der 36. Schwangerschaftswoche sollte man vorsorglich bereits die Kliniktasche mit allen nötigen Utensilien für Mutter und Kind packen, damit man später in der akuten Situation nicht vor lauter Aufregung die Hälfte vergisst.
Hier setzt jeder sicherlich etwas andere Prioritäten. Man kann aber sagen, dass folgende Utensilien im Krankenhaus von Nutzen sein können:
Für die Mutter: Dokumente (Krankenkassenkarte, Personalausweis, Mutterpass, ggf. Stammbuch), ein bequemes Outfit für den Kreißsaal (Nachthemd, weites T-Shirt, Socken), z. B. ein paar Müsliriegel als Snack, ein bisschen Kleingeld, bequeme Schlafkleidung (möglichst zum Knöpfen für mögliches Stillen), Bademantel, Socken und Hausschuhe, bequeme Kleidung für Besuche und Spaziergänge im Freien, Still-BHs und Stilleinlagen, Kulturbeutel, saugfähige Damenbinden und Handtücher.
Für das Baby: Bodys (je nach Witterung lang- oder kurzärmelig), dem Wetter angepasste Kleidung (für einen eventuellen Spaziergang), Söckchen, Mütze, Handtücher, Spucktücher, einige Windeln, ggf. schon Kuscheltier oder Spieluhr, eine Babydecke und Babyschale/Kinderwagen.
Diese praktische Liste finden Sie auch hier zum Download.
Typische Anzeichen dafür, dass eine Geburt kurz bevorsteht, sind z. B.:2
- Einsetzende Wehen
- Abgehen des Schleimpfropfes vom Gebärmutterhals
- Blutung
- Abgang von Fruchtwasser (im Schwall oder Tröpfchenweise)
Unter der Geburt verkürzt sich der Gebärmutterhals und der Muttermund öffnet sich.4 Die Hebamme untersucht diese Prozesse regelmäßig durch Abtasten.
Der Verlauf einer Geburt lässt sich in drei unterschiedliche Phasen einteilen:2
Eröffnungsphase: Mit Einsetzen der Eröffnungswehen beginnt diese Phase und endet mit der vollständigen Öffnung des Muttermundes.
Austrittsphase: Wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist, kann das Kind durch den Geburtskanal treten. Diese Phase endet mit der Geburt des Kindes.
Nachgeburtsphase: Nach der eigentlichen Geburt kommt es zum Abgang der Nachgeburt. Erst wenn diese vollständig „geboren“ wurde, ist diese Phase beendet.
Eine reguläre Schwangerschaft dauert 40+0 SSW (40 Wochen + 0 Tage). Von einer „Terminüberschreitung“ spricht man, wenn das Kind zwischen 40+1 SSW (40 Wochen + 1 Tag) und 41+6 SSW (41 Wochen + 6 Tage) zur Welt kommt. Ab 42+0 (42 Wochen + 0 Tage) spricht man dann von einer Übertragung.4
Folgende Faktoren stehen mit einer Übertragung in statistischem Zusammenhang:5
- Primärgeburt (erste Geburt der Mutter)
- Männliches Geschlecht des Kindes
- Fehler beim Errechnen des Geburtstermins
- Übertragung eines vorherigen Kindes
Die Entscheidung für eine Geburtseinleitung ist so individuell und komplex wie die Geburt selbst. Die werdende Mutter wird in diesen Entscheidungsprozess mit einbezogen. Er ist abhängig von verschiedenen Faktoren, wie dem Alter und Gewicht der Mutter, Gewicht und Lage des Babys, Reifegrad des Gebärmutterhalses und Öffnung des Muttermundes und ob die Mutter z. B. Raucherin oder erstgebärend ist.4
Mögliche Gründe für eine Geburtseinleitung sind:4
- Terminüberschreitung oder Übertragung
- Vorzeitiger Blasensprung
- Schwangerschaftsdiabetes
- Abnorme Fruchtwassermengen
- Unterdurchschnittliches Wachstum des Kindes
- Intrahepatische Schwangerschaftscholestase
- Bluthochdruck in der Schwangerschaft
- Verdacht auf ein zu großes Kind
Medikamentöse Methoden: Hierzu zählen die Hormone Prostaglandine und Oxytocin.
Prostaglandine werden eingesetzt, wenn der Gebärmutterhals sich noch nicht zurückgezogen hat und somit der Muttermund noch nicht reif ist.4 Prostaglandine können mit dem Wirkstoff Misoprostol oral als Tablette verabreicht werden4 oder mit dem Wirkstoff Dinoproston als Vaginaltablette, Vaginalgel oder Vaginalinsert (Tampon-ähnlich) in die Scheide eingeführt werden.4
Oxytocin wird eingesetzt, wenn der Muttermund offen ist. Der Wirkstoff wird über die Vene ins Blut verabreicht und soll die Wehen verstärken.11
Mechanische Methoden: Über mechanische Methoden wird versucht, den Gebärmutterhals so zu stimulieren, dass körpereigene Hormone (Prostaglandine) ausgeschüttet werden, die wiederum die Reifung des Gebärmutterhalses stimulieren.
Bei der Eipollösung wird z. B. versucht, durch ein Eindringen mit 1–2 Fingern durch die Vagina das untere Ende der Fruchtblase von der Gebärmutter zu lösen.4
Der Ballonkatheter wird über die Scheide in den Gebärmutterhals eingeführt und mit Kochsalzlösung gefüllt, um Druck auf den Gebärmutterhals auszuüben.4
Eine Amniotomie, eine Eröffnung der Fruchtblase, wird bei einem reifen Zervixbefund mit Muttermunderöffnung durchgeführt und ist nicht als alleinige Maßnahme empfohlen.4
Alternative Methoden: Hierzu gehören z. B. der „Wehencocktail“ mit Rizinusöl, Nelkenöltampons, Geschlechtsverkehr, Akupunktur, Stimulation der Brustwarzen und homöopathische Verfahren. Da diese alternativen Verfahren unzureichend untersucht sind, werden sie nicht zur Geburtseinleitung empfohlen und sollten nur im Rahmen von Studien Verwendung finden.
Der „Wehencocktail“ mit Rizinusöl war das erste medikamentöse Verfahren zur Geburtseinleitung in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts.
Wochenbett: Im Wochenbett bilden sich die körperlichen Veränderungen der Mutter während der Schwangerschaft wieder zurück.12 Diese Phase dauert 6 bis 8 Wochen.13 Es kommt zum sogenannten Wochenfluss, durch den abgestorbenes Material und Wundgewebe aus der Gebärmutter ausgeschwemmt wird.13
Außerdem zieht sich die Gebärmutter wieder auf ihre ursprüngliche Größe zusammen. Ein Prozess, der durch sogenannte Nachwehen spürbar wird. Sie werden unterschiedlich schmerzhaft wahrgenommen.13
Eine Geburt ist für viele Frauen nicht nur körperlich, sondern auch seelisch eine Herausforderung. Dies kann sich z. B. im sogenannten Baby-Blues, einem vorübergehenden Stimmungstief nach der Geburt, äußern. Es kann aber auch zu ernsthaften psychischen Problemen wie einer Depression kommen.13
Hautkontakt mit dem Baby: Meist besteht direkt nach der Geburt eines gesundes Babies ausreichend Gelegenheit, Hautkontakt mit dem Baby zu genießen.14
Stillen: Ein wichtiger Aspekt bei der Fürsorge fürs Baby nach der Geburt ist das Stillen. Beim Stillen geht es nicht nur darum, den Hunger des Babys zu stillen, sondern auch darum, das Bedürfnis des Babys nach Wärme und Zuneigung zu stillen.15
Deshalb wird in vielen Geburtskliniken auf ein 24-Stunden-Rooming-in geachtet, bei dem Mutter und Baby möglichst Tag und Nacht zusammen sind.14
Für nahezu alle Säuglinge wird Muttermilch als die beste Nahrung angesehen. Sie bietet entscheidende Vorteile z. B. gegenüber Flaschenmilch, denn sie hat immer die richtige Temperatur, ist dem Nährstoffbedarf des Kindes angepasst, ist kostenlos und sie ist immer verfügbar.14
Nach dem Klinikaufenthalt werden für Interessierte oft Stillcafé oder Eltern-Kind-Gruppen angeboten.14
Es wird empfohlen, die ersten 6 Monate nach der Geburt zu stillen. Ab dem 7. Monat kann nach und nach Breikost zugefüttert werden.14